Wir brauchen mehr Wir-Gefühl! (1) - Von einer Gruppe zum Team


Bildquelle: Adi Goldstein, n2V4ZNflsHM, Unsplash


In der Literatur gibt es wohl hunderte Definitionen und Kriterien, was ein „Team“ eigentlich ist. In der Regel braucht es ein Ziel: Was wollen wir miteinander erreichen? Wofür sind wir verantwortlich?, eine klare Organisation und Struktur: Wer macht was?, ein gemeinsames Verständnis von Führung: Wie würd geführt?, bestenfalls gemeinsam vereinbarte Spielregeln: Wie gehen wir miteinander um? sowie eine konstruktive Art, die eigene Arbeit zu reflektieren: Wie werten wir unsere Arbeit aus? (Wie) geben wir uns Feedback? Hat man das alles, ist man in der Regel schon ziemlich gut miteinander unterwegs. Und dann ist da noch dieses letzte Puzzleteil: Commitment und Identifikation: Wie hoch ist der Grad an Identifikation jedes Einzelnen mit dem Team? Oder anders gefragt: Wie sehr hat jeder Einzelne das Gefühl, ein wichtiger Teil dieses groß(artig)en Ganzen zu sein?


Kommt man mit Führungskräften oder Teams auf diesen Aspekt zu sprechen, tritt oftmals eine bestimmte Reaktion und Stimmung ein. Sie ist schwer greifbar und liegt irgendwo zwischen ernüchtertem „Schön wär’s“, sehnsüchtigem „Das wäre toll“ und zweifelndem „Geht das bei uns überhaupt?“. Eine Führungskraft brachte die Situation in ihrem Team einmal etwas ratlos auf den Punkt: Wir haben gemeinsame Ziele und eine klare Aufgabenverteilung. Mein Verhältnis zum Team ist gut und jeder Einzelne bringt hier eine super Leistung. Aber uns fehlt dieses Wir-Gefühl!


Dieser Ausdruck beinhaltet bereits einen wichtigen Aspekt dieses Konstrukts: Es handelt sich dabei um ein Gefühl. Um nichts, was man organisieren, vereinbaren oder einfordern kann, sondern um etwas, das sich unter bestimmten Bedingungen einstellt. Wie ein sportlicher Sieg, für den man einiges getan hat, dessen man sich aber nicht gewiss sein konnte. Wie ein kleiner Moment, der einen schönen Urlaub zu etwas Besonderem macht. Es handelt sich um einen emotionalen Zustand, nach dem es ein Bedürfnis, eine Sehnsucht zu geben scheint und von dem man gleichzeitig nicht so richtig weiß, wie man ihn erreichen kann.


Ein Patentrezept dafür gibt es nicht, wohl jedoch bestimmte Ansatzpunkte oder Voraussetzungen. Die einzelnen Teammitglieder müssen das Gefühl haben, dass sie auch mit ihren Ecken und Kanten ein wichtiger Bestandteil des Teams sind. Es geht um die Attraktivität des gemeinsamen Zieles, um gemeinsame Herausforderungen, gefeierte Erfolge und durchlebte Niederlagen. Um Vertrauen und den Aufbau einer eigenen Team-Identität.


In den nächsten Wochen werden wir diese und noch weitere Aspekte in unserer Reihe "Wir brauchen mehr Wir-Gefühl!" erläutern.

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